Technikfolgenabschätzung für die Gesellschaft der Singularitäten

Neue Impulse aus kulturtheoretischer Sicht am Beispiel von Offenen Werkstätten

Schlagworte: singularization, open workshops, cultural theory, TA concepts

Abstract

Der Kulturwissenschaftler Andreas Reckwitz hat Prozesse der Singularisierung der Gesellschaft diagnostiziert, in denen sich die Eigenschaft des Besonderen massenhaft nicht nur auf menschliche Subjekte, sondern auch auf Orte, Ereignisse, Kollektive und Objekte erstreckt. Die epistemischen Implikationen der sich so verändernden Gesellschaft für die Technikfolgenabschätzung (TA) wurden bislang wenig beachtet. Wir argumentieren anhand des Beispiels der Singularitätseigenschaften von Offenen Werkstätten, dass eine konzeptionelle Befassung der TA mit den gesellschaftlichen Effekten von Singularitäten notwendig ist. Wir stellen daher neue Eckpunkte für die TA-Programmatik zur Diskussion, die auch Singularisierungstechniken wie z. B. den 3D-Druck betrifft: (1) die Wahrnehmung des Besonderen als Relevantes, (2) die Abbildung der Kulturalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft und (3) realitätsangemessenes Ausschneiden von Systemen aus dem kulturalisierten Supersystem.

Veröffentlicht
03.04.2019
Zitationsvorschlag
ERDMANN, L.; LANGE, B. Technikfolgenabschätzung für die Gesellschaft der Singularitäten. TATuP Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis, v. 28, n. 1, p. 65-70, 3 Apr. 2019.