Tagungsankündigungen / Events

Tagungsberichte

Tagungsankündigungen / Events

11. Tagung Siedlungsabfallwirtschaft Magdeburg (TASIMA 11)

Abfallwirtschaft in neuer Qualität

Magdeburg, 6. - 7. September 2006

Gemeinsame Veranstalter der Tagung „Abfallwirtschaft in neuer Qualität“ (TASIMA 11) sind das Umweltministerium des Landes Sachsen-Anhalt, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Arbeitsgruppe „Umwelt und Logistik“ am Institut für Förder- und Baumaschinen, Stahlbau und Logistik (IFSL) und die Müllheizkraftwerk Rothensee GmbH. Die Tagung wendet sich vor allem an Führungskräfte und Entscheidungsträger von kommunalen und privatwirtschaftlich betriebenen Abfallwirtschaftsunternehmen, aber auch an Behörden, Forschungseinrichtungen, Ingenieurbüros und Technikhersteller.

Nach dem Paradigmenwechsel in der Entsorgung durch die Abfallablagerungsverordnung sollte die Abfallwirtschaft gerechter, effizienter, nachhaltiger und damit qualitativ hochwertiger geworden sein. Obwohl die Einschätzungen zum Übergangszeitraum überwiegend positiv ausfallen, gibt es trotz der ausreichend langen Vorbereitungszeit genügend Themen, die kontrovers diskutiert werden, und Probleme, die noch zu lösen sind. So sind z. B. die thermischen Behandlungskapazitäten noch nicht ausreichend verfügbar, mechanisch-biologische Anlagen arbeiten teilweise noch nicht zuverlässig und der von ihnen erzeugte Output findet (noch) keine ausreichenden Verwertungskapazitäten. Zudem tauchten auf dem Markt „plötzlich“ Gewerbeabfallmengen auf, die vorher nach oberflächlichen Verwertungsbemühungen auf billigen Deponien gelandet waren. Bundesweit spricht man mittlerweile von über 1,25 Mio. t Abfall, die in Zwischenlagern auf ihre Weiterbehandlung oder Verwertung warten. Unter dem Motto „Abfallwirtschaft in neuer Qualität“ will sich die Tagung diesem Thema widmen.

Vorträge zu folgenden Themenblöcken sind vorgesehen:

Das ausführliche Tagungsprogramm steht im Internet zum Download zur Verfügung unter
http://www-f.uni-magdeburg.de/~tasima/downloads/programm_tasima11.pdf.
Das Anmeldeformular zur Online-Anmeldung gibt es unter
http://www-f.uni-magdeburg.de/~tasima/registration/index_registration.php.

Kontakt

Dr.-Ing. Hartwig Haase
Tel.: +49 (0) 391 / 67 - 126 28
E-Mail: hartwig.haase∂mb.uni-magdeburg.de
Internet: http://www.uni-magdeburg.de/tasima

 

 

Closing Workshop of the ELSA Project

Engaging Science and Society in the Ethics of Genome Research: Analyses, Reflections and Perspectives

Vienna, Austria, September 22 - 23, 2006

The Department of Social Studies of Science at the University of Vienna in cooperation with the Inter-University Research Centre for Technology, Work and Culture (Graz) are going to organise this workshop which represents the closing activity of the ELSA project. ELSA wanted to “analyse the interactions between genome-research(ers) and the public as a learning process".

The dynamic development of genome research raises fundamental ethical and social questions concerning its implications for our societies, a fact which equally applies to other emerging technosciences such as nanotechnology or “converging technologies". Over the past decades, methods have been developed to reflexively engage with the implications of new technoscientific knowledge for social order. Ethical reflection and public engagement with the social dimensions of technoscientific development are two traditions dealing with these issues. Though both may be argued share common goals, their relation to each other is unclear and often controversial as is reflected in the debate around “empirical ethics".

This workshop is the concluding event of a project, which aimed at experimenting with a cross-over between these two traditions: engaging both scientists and members of the public with the ethical dimensions of genome research. Over the period of one year, a group of people met with genome researchers at seven Round Tables to discuss the ethical and social dimensions of their concrete project and genome research in general. To develop a better understanding of this engagement and possible mutual learning processes is the central goal of this project. The workshop aims at sharing and discussing the results of the analysis with the scientific community and practitioners working on similar issues. It will be organised around four thematic foci:

In order to allow for ample discussion time, the workshop will be organised around four plenary sessions, an opening and a closing panel as well as a poster session. Each plenary session will have an input from one invited speaker as well as from a member of the research team. A public event in German on Thursday, September 21st, will be preceding the scientific workshop in English.

Registration is mandatory. For Details of the Workshop Programme, please visit: http://www.univie.ac.at/virusss/workshops

Contact

Department of Social Studies of Science
Sensengasse 8/10
1090 Vienna, Austria
Tel.: +43 - 1 - 42 77 - 476 15
Fax: +43 - 1 - 42 77 - 94 96
E-Mail: projekt.wissenschaftsforschung∂univie.ac.at

 

 

23. wissenschaftlicher Kongress der DVPW

Staat und Gesellschaft – fähig zur Reform?

Münster, 25. - 29. September, 2006

Der 23. Kongress des Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gliedert sich neben Einführungs- und Abschlussveranstaltungen und dem Treffen der zehn Sektionen in fünf Plenarsitzungen sowie Veranstaltungen der 16 Arbeitskreise und 14 Ad-hoc-Gruppen..

Die Zukunftsfähigkeit des Staates ist zu einer Kernfrage der modernen Politikwissenschaft geworden. Staatlichkeit befindet sich im Wandel – manche sagen, im Übergang von einer nationalen in eine postnationale Konstellation. Politische Entscheidungsprozesse verlagern sich immer mehr vom Staat weg auf private Akteure oder auf die internationale Ebene. Vor dem Hintergrund dieser vieldimensionalen und teilweise widersprüchlichen Entwicklungen wird auf diesem Kongress nach den Gründen der vermeintlichen Reformunfähigkeit von Staat und Gesellschaft gefragt, erläutert Prof. Dr. Klaus Dieter Wolf, Vorsitzender der DVPW.

Folgende Arbeitskreise und Gruppen bieten in ihren Veranstaltungen thematische Berührungspunkte mit der Technikfolgenabschätzung:

Zum Arbeitskreis „Politik und Technik“

Der AK stellt seine Veranstaltungen (Donnerstag, 28.9.2006; 14-17 Uhr und Freitag, 29.9.06, 9-12.30 Uhr) unter das Thema: Reformchancen und Reformbarrieren in der Energiepolitik. Abstracts der Vorträge sind als Download verfügbar unter: http://www.dvpw.de/dummy/fileadmin/docs/2006Technik.pdf.

Zur Ad-hoc-Gruppe „Zukunft der Policy-Forschung“

Die Ad-hoc-Gruppe behandelt in ihren Veranstaltungen die Themen: Theorieentwicklung und Forschungsperspektiven (Donnerstag, 28.9.06, 9-12.30 Uhr) sowie Anwendungsaspekte und Methodenfragen (Freitag, 29.9.2006; 9-12.30 Uhr). Abstracts der Vorträge sind als Download verfügbar unter: http://www.dvpw.de/dummy/fileadmin/docs/2006Policy.pdf.

Zur Ad-hoc-Gruppe „Internet und Politik“

Die Ad-hoc-Gruppe behandelt das Thema: Internet und demokratische Transformation (Donnerstag, 28.9.2006; 9-12.30 Uhr).

Zur Ad-hoc-Gruppe „Politikberatung“

Die Ad-hoc-Gruppe behandelt das Thema „Zur Rolle von Politikberatung in moderner Staatlichkeit“ (Donnerstag, 28.9.2006; 9-12.30 Uhr). Hierzu sind (noch) keine Abstracts im Internet verfügbar.

Auf der Kongress-Website ( http://egora.uni-muenster.de/pol/dvpwkongress/kongress2006.shtml) stehen das Hauptprogramm und das Anmeldeformular. Anmeldeschluss ist der 25. August 2006.

Informationen

Kontakt bei Fragen zur lokalen Kongressorganisation:
Cathryn Backhaus, B.A.
Institut für Politikwissenschaft
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Schlossplatz
748149 Münster
Tel.: +49 (0) 251 / 83 - 253 99
Fax: +49 (0) 251 / 82 - 243 88
E-Mail: dvpw@uni-muenster

Kontakt bei Fragen zur Teilnahme, zum Programm und zur DVPW:
Felix W. Wurm, Dipl.Soz.Wiss., M.A. (USA)
DVPW
c/o Universität Osnabrück
FB 1 - Sozialwissenschaften
49069 Osnabrück
Tel.: +49 (0) 541 / 969 - 62 64
Fax: +49 (0) 541 / 969 - 62 66
E-Mail: dvpw∂uos.de
Internet: http://www.dvpw.de

 

 

33. Kongress der DGS

Die Natur der Gesellschaft

Kassel, 9.-13.Oktober 2006

Zur Organisation

Ausrichter dieses Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) ist der Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel. Die Vielzahl von Veranstaltungen auf dem 33. Kongress der DGS ist organisiert in Form von 19 Plenarveranstaltungen, Veranstaltungen der 35 Sektionen, drei Arbeitsgruppen und zehn Ad-hoc-Gruppen, Mittagsvorlesungen, Abendveranstaltungen und Sonderveranstaltungen. Zu den Sonderveranstaltungen zählen neben der Begegnung zwischen Autoren und ihren Kritikern insbesondere vier Foren (für Lehre, für Forschung, zur aktuellen Hochschulpolitik und zum Sonderthema „Paradigmenwechsel in der Transformationsforschung“). Zum zweiten Mal wird es auf einem Kongress der DGS ein Gastland geben; bei diesem Treffen ist es China.

Zum Kongressthema

Die erregte Rede von schrumpfenden Bevölkerungen und versiegenden Ressourcen, aufklärerische Kampagnen über falsche Ernährung und lebensbedrohliche Genussmittel, beängstigende Nachrichten über die Erzeugung nicht-natürlicher Lebewesen und um sich greifender Seuchen, hoffnungsvolle Botschaften eines biotechnologischen Sieges über die großen Krankheiten oder chirurgischer Verschönerung zeugen von der Wiederkehr der Natur in die Gesellschaft. Für die Soziologie stellt sich die Frage, wie sie diese biopolitische Wende in der gesellschaftlichen Selbstthematisierung aufnimmt, welche Folgen das für ihre Forschungsgegenstände, ihre Deutungsangebote und ihre Grundbegriffe hat.

In der Auswahl des Themas zeigt sich eine Deutungskonkurrenz mit unterschiedlichsten naturwissenschaftlich-medizinischen Disziplinen. Von diesen ist viel zu lernen, wie es umgekehrt in einem informierten Dialog auch darum gehen muss, Grenzen ihrer Erklärungsmodelle zu thematisieren und die komplexen Beziehungen zwischen „Naturtatsachen“ und gesellschaftlichen Faktoren ins Bewusstsein zu heben, betont Karl-Siegbert Rehberg, Vorsitzender der DGS.

Folgende Sektionen und Gruppen bieten in ihren Veranstaltungen thematische Berührungspunkte mit der Technikfolgenabschätzung:

Zur Sektion Arbeits- und Industriesoziologie

Thema des von dieser Sektion organisierten Plenums lautet „Schicksal Markt – Ökonomisierung als 'Survival of the Fittest'?". Die beiden Sektionsveranstaltungen behandeln die Themen „'Varieties of Capitalism?' Zur globalen Diffusion von Gesellschafts- und Produktionsmodellen“ und „Die ‚Arbeit' der Gesellschaft – Die Soziologie auf dem Weg zu einem neuen Verständnis von Arbeit?“.

Zur Sektion Wissenssoziologie

Thema des von dieser Sektion organisierten Plenums lautet “Wer ist der Akteur? Oder: Stellt die These von der Somatisierung von Wissen, Intersubjektivität und Entscheidung eine ernstzunehmende Herausforderung für die Soziologie dar?“.

Die beiden Sektionsveranstaltungen behandeln die Themen „Handlungsträgerschaft“ und „Naturalisierung vs. Vergesellschaftung. Diskursive Grenzverschiebungen und gesellschaftliche Wissensverhältnisse“.

Zur Sektion Wissenschafts- und Technikforschung

Das Thema des von dieser Sektion organisierten Plenums lautet „Die technische Natur der Gesellschaft – interpretative und konstruktivistische Zugänge“. Das Thema der Sektionsveranstaltung lautet „Moderne Gesellschaften im Spannungsfeld von Technisierung (des Menschen) und Naturalisierung (der Technik)“.

Zur Sektion Modellbildung und Simulation

Das Thema des von dieser Sektion organisierten Plenums lautet „Netzwerk Gesellschaft“. Das Thema der Sektionsveranstaltung lautet “Die Entstehung sozialer Ordnung“.

Zur Sektion Medien- und Kommunikationssoziologie

Das Thema des von dieser Sektion organisierten Plenums ist „Natur als Deutungsmuster? Zur Dominanz naturwissenschaftlicher Denkstrukturen in den Medien und in der Gesellschaft“. Das Thema der Sektionsveranstaltung lautet „Elektronisch gestützte Kooperationen – Herausforderungen für die Mediensoziologie“

Zur Sektion Soziologie und Ökologie

Die beiden Sektionsveranstaltungen behandeln die Themen „Ist Nachhaltigkeitswandel steuerbar? Sustainability Transition zwischen Staatsversagen und Governance" und „„Die willkommene Wiederkehr des Ausgeschlossenen: Konzeptualisierungen: von Natur in aktueller und klassischer Soziologie“.

Die Ad-hoc-Gruppe 6 behandelt das Thema: Schrumpfung als Thema der Stadtsoziologie.

Die Kongress-Website http://www.dgs2006.de/ hält Programm, Anmeldeformular, Informationen zur Organisation sowie Abstracts zu den Themen der Sektionsveranstaltungen, Ad-hoc-Gruppen und Foren bereit.

DGS-Kongress Koordination

Prof. Dr. Heinz Bude
Universität Kassel
FB05 Gesellschaftswissenschaften
Nora-Platiel-Straße 1
34109 Kassel
Tel.: +49 (0) 561 / 804 - 28 78
E-Mail: budeOgo2∂dgs2006 de

Prof. Dr. Johannes Weiß
Universität Kassel
FB05 Gesellschaftswissenschaften
Nora-Platiel-Straße 1
34109 Kassel
Tel.: +49 (0) 561 / 804 - 31 05
Fax: +49 (0) 561 / 804 - 34 64
E-Mail: jweiss∂uni-kassel.de

Jörg Froharth
Universität Kassel
UniKasselTransfer
Gottschalkstraße 22
34109 Kassel
Tel.: +49 (0) 561 / 804 - 24 98
Fax: +49 (0) 561 / 804 - 28 78
E-Mail: froharth∂dgs2006.de

 

 

2006 Berlin Conference on Human Dimensions of Global Environmental Change

Resource Policies: Effectiveness, Efficiency, and Equity

Berlin, Germany, November 17 - 18, 2006

The 2006 Berlin Conference on Human Dimensions of Global Environmental Change (BC2006) is organised by the Freie Universität Berlin (Environmental Policy Research Centre), the Humboldt-Universität zu Berlin (Department of Resource Economics), the German Institute for Economic Research (DIW Berlin) and the Institute for Ecological Economic Research (IÖW). The 2006 conference will be the sixth event in the series of annual Berlin Conferences.

The sustainable use of natural resources has been a challenge for environmental policies from their very beginning. Without an appropriate institutional setting, scarce resources such as water, materials, energy sources, land, etc. are overused, following the infamous logic of the tragedy of the commons. Related to this are issues of effective resource policies, efficient resource consumption, and equity on a global scale.

Effective resource policies have to cope with a high degree of complexity: Policies that effectively limit the use of natural resources are often perceived as jeopardizing the economic basis of industrial sectors. They are not only opposed by the affected sector, but cause fierce debates within governments and at different levels of policy-making. Economic imperatives are likely to be a particular challenge for traditional and indigenous institutions to protect access to and safeguard sustainable use of local resources.

An increase in the productivity of resource use – efficiency – is a declared objective in many strategies for sustainable development throughout the world. A shift from material-intensive production to a stronger knowledge and service-based economy is not only seen as an ecological must, but also promises positive effects on employment. Recently, efforts have been made in Europe and Japan to adopt specific strategies and to achieve these objectives. A number of these initiatives deal with minimising and cleaning waste streams, other strategies and instruments focus on products. Furthermore, the exploding demand for steel, coal, oil etc. in the rapidly growing East and South Asian economies has an impact on the prices of raw materials. This demand may question the efforts for the cleaning or even reduction of resource flows. However, rising prices may also open up new opportunities for innovations that are less material- or energy-intensive, thereby contributing to ecological modernisation.

Economic growth and globalisation are contributing to the overexploitation of resources in developing countries, raising questions of equity. Such issues can be based on undefined property rights, political upheaval, conflicts or simply poverty. When a country's high export share of resources comes along with declining world market prices, economic problems of resource exports can lead to immiserising growth. Improvements in efficiency and the reduction of resource use in industrialised countries may lead to an outsourcing of material flows and the related environmental burden.

The Berlin Conference will be organised in several parallel streams and addresses the following topics:

Further information about the 2006 Berlin Conference will be available at http://web.fu-berlin.de/ffu/akumwelt/bc2006; the registration form is available at: http://web.fu-berlin.de/ffu/akumwelt/bc2006/registration.htm.

Contact

Conference Chair:
Dr. Klaus Jacob
Freie Universität Berlin
Environmental Policy Research Centre
Ihnestraße 22
14195 Berlin, Germany
Internet: http://www.fu-berlin.de/ffu

Conference Manager:
Henrik Vagt
Freie Universität Berlin
Environmental Policy Research Centre
Ihnestraße 22
14195 Berlin, Germany
E-Mail: bc2006Afp0∂zedat fu-berlin de

 

 

Jahrestagung der GWTF

Merton heute: Wissenschaftsinterne Leistungskriterien, Evaluation und wissenschaftliche Praxis

Berlin, 1. - 2. Dezember 2006

Diese Tagung an der Technischen Universität Berlin wird von der Gesellschaft für Wissenschafts- und Technikforschung (GWTF) in Kooperation mit dem „Zentrum Technik und Gesellschaft“ der TU Berlin veranstaltet.

Qualitätsurteile sind ein essenzieller Bestandteil der Produktion wissenschaftlichen Wissens. Die Einhaltung von Qualitätsstandards wird erwartet, u. a. im Peer-Review geprüft und beständig kommuniziert. Die universalistische, uninteressierte und skeptische, also den Merton'schen Normen folgende Zuschreibung von Qualität ist zudem eine wesentliche Legitimitätsgrundlage für die Sonderstellung von Wissenschaft in modernen Gesellschaften.

In jüngster Zeit wird der Wissenschaft die Kontrolle über die Legitimation durch Qualität immer mehr entzogen und die in die Wissensproduktion eingewobene Qualitätskontrolle um eine externe Bewertung der Qualität wissenschaftlicher Arbeit ergänzt. Forschungspolitik und -management sind bestrebt, die Qualität der Forschung zu steigern, was deren Messung voraussetzt. Die Wissenschaft muss nachweisen, dass sie Qualität liefert. Sie muss diesen Nachweis gegenüber Außenstehenden in einer verständlichen Form führen. Evaluationen werden damit zu einem neuen Kommunikationsmedium zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

Das wirft drei wissenschaftlich und politisch gleichermaßen interessante Fragen auf, mit denen sich die Tagung auseinandersetzen will:

Messen Evaluationen, was sie messen sollen?

Inwieweit ist es überhaupt möglich, mit expliziten, teilweise formalisierten und an wissenschaftsexterne Akteure adressierten Evaluationen valide und verlässliche Qualitätsurteile zu fällen? Diese Frage zu beantworten fällt vor allem deshalb schwer, weil es keine objektive Qualitätsbewertung von wissenschaftlichen Ergebnissen gibt, an der Evaluationsinstrumente kalibriert werden könnten. Was eine herausragende und was eine durchschnittliche wissenschaftliche Leistung ist, das wird in jedem Fachgebiet anders gesehen, und selbst innerhalb eines Fachgebietes werden die Ansichten kaum übereinstimmen. Wie können der Peer-Review oder quantitative Messverfahren diesen Besonderheiten gerecht werden?

Die Frage nach der Passung zwischen fachlichen Bewertungskulturen und den neuen Leistungskriterien und Messinstrumenten stellt sich auch, aber anders für den immer wichtigeren Bereich der problemorientierten bzw. anwendungsorientierten Forschung. Für diese Forschungen scheint eine partielle Ausrichtung an wissenschaftsexternen Zielvorgaben (etwa zur Lösung gesellschaftlicher Problem beizutragen) zunächst durchaus chancenreich zu sein. Doch besteht hier nicht die Gefahr, dass flächendeckende Evaluation ein breites Einfallstor für eine ‚feindliche Übernahme' sein könnte – vor allem von Seiten einer einseitig ökonomischen Rationalität sowie von (wissenschafts-)politischen Moden? Und wie kann die prinzipielle Frage beantwortet werden, wie die so neuartigen wie umfangreichen Evaluationsmaßnahmen und Bewertungsverfahren auf interdisziplinäre und problemorientierte Forschungen anzuwenden sind, ohne den notwendigen Rückbezug auf die disziplinär verfasste moderne Wissenschaft zu gefährden?

Welche politischen- und Managemententscheidungen werden auf der Grundlage von Evaluationsergebnissen getroffen?

Welche intendierten und nichtintendierten Folgen haben diese Entscheidungen für das Wissenschaftssystem? Evaluationen informieren politische und administrative Entscheidungen, die durch die Finanzierung der Forschung mit dem größten Leistungsversprechen die Effektivität und Effizienz des Wissenschaftssystems erhöhen wollen. Diese Entscheidungen und die sie antizipierenden Anpassungen der Wissenschaftler an Evaluationen haben vermutlich weit reichende Folgen für das Wissenschaftssystem, über die aber bislang kaum gesichertes Wissen vorliegt.

Politische und administrativen Zwecke der Evaluationen

Evaluationen sollen Wissenschaft „handhabbar“ machen, d. h. sie in eine normale öffentliche Aufgabe verwandeln. Inwieweit verändert diese neue Einordnung die soziale Rolle der Wissenschaft in der Gesellschaft? Merton hat einst die Sonderstellung der Wissenschaft in der Gesellschaft damit begründet, dass Wissenschaft durch ein besonderes Normensystem charakterisiert ist, das die schnellstmögliche Ausweitung gesicherten Wissens garantiert. Erleben wir gegenwärtig den Verlust dieser Sonderstellung? Welche Konsequenzen wären damit verbunden?

Tagungsprogramm, Anmeldeformular und Abstracts der Beiträge sind (demnächst) im Internet auf der Website der GWTF unter http://www.gwtf.de/ („Aktuelles: Tagungen“) verfügbar.

Kontakt

Jochen Gläser
Research School of Social Sciences
Research Evaluation and Policy Project
The Australian National University
Canberra ACT 0200, Australia
E-Mail: Jochen.Glaser∂anu.edu.au

Stefan Böschen
Universität Augsburg
Lehrstuhl für Soziologie
Universitätsstraße 6
86159 Augsburg
E-Mail: stefan.boeschen∂phil.uni-augsburg.de

Martin Meister
Technische Universität Berlin
Zentrum Technik und Gesellschaft
Franklinstr. 28/29, FR 2-5
10587 Berlin
E-Mail: meister∂ztg.tu-berlin.de

 

 

Sustainable Resource Management, Raw Materials Security, Factor-X Resource Productivity – Tools for Delivering Sustainable Growth in the European Union

Bruges, Belgium, December 6 - 7, 2006

The conference is jointly organized by the Wuppertal Institute for Climate, Environment and Energy and by the “Toyota Chair for Industry and Sustainability" at the College of Europe, Bruges, in co-organisation with the United Nations Environmental Programme's Division of Technology, Industry and Economics (DTIE).

Target groups are researchers, in particular from economics, as well as high-level decision-makers from business, public policy and NGOs. Young researchers are especially encouraged to present a paper.

Background

The management of natural resources such as metals, industrial minerals, construction minerals, fossil fuels and renewable resources has been a challenge to sustainable development from the very beginning. It now can be seen as one of the most persisting problems worldwide. Economics and other branches of research have to explore appropriate tools able to deliver sustainable growth.

The conference has two starting points: firstly, the concern for high raw material prices on international markets and security of supply, secondly, the recently launched European thematic strategy on sustainable management of natural resources (COM(2005) 670 final) which aims at doubling resource productivity increases up to at least 3 % p.a.

Conference Aims

The conference will shed light on the status quo and on trends in both areas. By discussing tools and response options for both policy-makers and industry, it takes a forward-looking view. Those options will include business strategies, sectoral action plans, incentive systems, and international mechanisms. The conference also seeks to discuss modelling techniques such as input-output analysis and scenario development.

The conference will also be utilized to launch a proposal for an information hub on sustainable resource management. A panel with representatives from different European organisations will conclude on perspectives. The following topics will be discussed:

Organisation

The conference is organized as a two days event. The first day is planned to setting the scene, with a top-level keynote lecture and policy-oriented lectures with speakers coming from the European Commission, from industry and NGO. The second day will be research oriented with paper-presentation sessions running parallel.

Further information can be obtained from the College's website ( http://www.coleurop.be) or fro the conference manager.

Conference Chair

Prof. Dr. Raimund Bleischwitz
Co-Director Research Group “Material Flows and Resource Management"
Wuppertal Institute
PO Box 100 480
42004 Wuppertal, Germany
Tel.: +49 (0) 202 / 24 92 - 256
Fax: +49 (0) 202 / 24 92 - 108
E-Mail: raimund.bleischwitz∂wupperinst.org
Internet: http://www.wupperinst.org

Conference Manager

Katrin Fuhrmann
College of Europe, Bruges / Belgium
E-Mail: kfuhrmann∂coleurop.be

 

 

Ausführlichere Informationen zu diesen Veranstaltungen sowie Hinweise zu weiteren Tagungen sind dem ständig aktualisierten „TA-Veranstaltungskalender“ auf dem ITAS-Server zu entnehmen   [hier]