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Dokumentation 2000 der TA-Akademie bald im Internet
Dokumentation 2000 der TA-Akademie bald im Internet
von Manfred Rohr, Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg
Mit der Dokumentation 2000 "Technikfolgenforschung in Baden-Württemberg" hat die TA-Akademie die vierte Ausgabe ihres landesweiten Nachschlagewerkes im Bereich der Technikfolgenforschung und Technikfolgenabschätzung (TA) vorgelegt. Durch die Vernetzung von Forschungsgebieten und regionalen Forschungskapazitäten sollen Synergieeffekte besser genutzt und der innovationsorientierte Ideen- und Wissenstransfer im TA-Netzwerk Baden-Württemberg und darüber hinaus beschleunigt werden. Um einem breiteren Nutzerkreis aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie aus Politik, Verwaltung und interessierter Öffentlichkeit einen schnelleren und zugleich leichteren Wissenszugang im Kontext von Technikfolgenforschung, -abschätzung und -gestaltung zu ermöglichen, wird von der TA-Akademie bis Jahresende die Online-Verfügbarkeit der Dokumentation im Internet als neue Informations- und Kommunikationsplattform "TA-Net-BW" realisiert.
Entwicklung und Gestaltung der Dokumentation
Wie durch die 1347 dokumentierten Forschungsprojekte von 400 Einrichtungen belegt wird, haben die Aktivitäten im Bereich der Technikfolgenforschung in Baden-Württemberg in den letzten Jahren weiter zugenommen und sind thematisch vielfältiger geworden; das TA-Netzwerk Baden-Württemberg hat an Dichte und Leistungsfähigkeit deutlich zugenommen - das geht aus der letztjährigen Umfrage der TA-Akademie zur Aktualisierung der gleichnamigen Dokumentation hervor. Ob in Universitäten, Fachhochschulen, Großforschungseinrichtungen oder anderen wissenschaftlichen Einrichtungen - immer mehr Wissenschaftler, Forscher und Entwickler der verschiedensten Disziplinen kooperieren erfolgreich miteinander und berücksichtigen in ihren Arbeiten die Wechselwirkungen mit anderen Fachdisziplinen und die möglichen Auswirkungen auf unterschiedliche Lebensbereiche.
Naturwissenschaftler erforschen den nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen Wasser, Boden und Luft. Ingenieure vergleichen Abfallbehandlungsverfahren und bewerten deren Umweltverträglichkeit. Mediziner und Gesundheitsökonomen evaluieren medizinische Verfahren und Technologien. Politologen untersuchen den Zusammenhang von Bevölkerungswachstum und zunehmenden Umweltproblemen, Sozialwissenschaftler den Wandel der Arbeitswelt. Für eine praktische Umsetzbarkeit der Forschungsergebnisse in nachhaltige und zukunftsfähige Problemlösungen sind dabei die Betrachtung der Potenziale und Chancen des Einsatzes von Technik ebenso von Bedeutung wie die Abschätzung und Bewertung der mit ihrer Anwendung verbundenen Risiken und die Bewältigung damit zusammenhängender möglicher Konflikte und Akzeptanzprobleme in der Bevölkerung.
Bei der Gestaltung der Dokumentation 2000 wurde im Hinblick auf größtmögliche Nutzerfreundlichkeit und Funktionalität zunächst einmal die bewährte Form der vorhergehenden Ausgabe zugrunde gelegt und deshalb wieder eine Kombination aus einer Broschüre der Institutionen und einer elektronischen Gesamtausgabe einschließlich aller aufgenommenen Projekte auf CD-ROM gewählt, die der Dokumentation beiliegt. Das inhaltliche Konzept der Gesamtdokumentation und ihre Dreiteilung in Institutionen, Projekte und Register wurde ebenso beibehalten wie die Strukturierung des Projektteils in die bekannten 13 Themenfelder.
Durch die Broschüre der Institutionen wird dem Nutzer ein schneller Überblick über das TA-Netzwerk Baden-Württemberg ermöglicht, entsprechende Register sind bei der Orientierung und Suche nach Institutionen, Personen und Sachwörtern behilflich. Mit der auf der CD-ROM befindlichen Datenbank kann neben den Institutionen auch der umfangreiche Projektteil der Gesamtdokumentation schnell und direkt erschlossen werden. Entsprechende Suchroutinen über Sachwörter oder eine Freitextsuche ermöglichen dem Nutzer schnelle Recherchen sowohl im Institutionenteil als auch im Projektteil der Dokumentation. Besonders hilfreich für alle Internetnutzer ist die Möglichkeit, dass man von der CD-ROM aus unmittelbaren Zugang auf die Homepages der dokumentierten Einrichtungen erhält und sich so über den Dokumentationsinhalt hinaus noch weitergehend informieren kann. Außerdem besteht per E-Mail eine direkte Kommunikationsmöglichkeit zu den dokumentierten Personen.
Als erweiterte Ausbaustufe wird bis Ende des Jahres die Online-Verfügbarkeit der Dokumentation 2000 im Internet unter der Adresse www.ta-net-bw.de als neue Informations-und Kommunikationsplattform "TA-Net-BW" (Abb. 1) realisiert, um somit einem noch breiteren Nutzerkreis aus Wissenschaft und Wirt-schaft sowie aus Politik, Verwaltung und interessierter Öffentlichkeit einen schnelleren und zugleich leichteren Wissenszugang im Kontext von Technikfolgenforschung, -abschätzung und -gestaltung zu ermöglichen. Die leistungsfähige und nutzerfreundliche Plattform soll dazu beitragen, die fachübergreifende Kooperation zwischen den Einrichtungen durch gezielte Information und die Vermittlung kompetenter Ansprechpartner zu fördern und damit die Forschungsinfrastruktur des Landes weiter zu verbessern und insgesamt effektiver zu gestalten.
Diese als Transfer- und Vermittlungsstelle für TA-Informationen im weitesten Sinne kon-zipierte Plattform ist schwerpunktmäßig auf die Unterstützung von Forschungsaktivitäten und -kapazitäten im TA-Netzwerk Baden-Württemberg ausgerichtet, wird aber darüber hinaus auch landesübergreifend mit anderen Forschungs- und Innovationsnetzwerken sowie mit Fach- und Forschungsdatenbanken korrespondieren.
Ergebnisse der Umfrage
Seit der Erstausgabe der Dokumentation im Jahr 1993 konnte die Zahl der dokumentierten Institutionen kontinuierlich gesteigert werden und hat sich inzwischen mehr als verdoppelt, die Zahl der Forschungsprojekte sogar mehr als verdreifacht (Abb. 2).
Abb. 1: TA-Netzwerk Baden-Württemberg (TA-Net-BW)
Abb. 2: Entwicklung der Dokumentation
Wie die Umfrageergebnisse zeigen, konzentriert sich das TA-Forschungspotenzial in Baden-Württemberg mit ca. 66 % nach wie vor im universitären Bereich und hier schwerpunktmäßig in den naturwissenschaftlich-technisch ausgerichteten Universitäten Karlsruhe, Stuttgart, Freiburg und Hohenheim. Rund 8 % der Institutionen entfallen auf Großforschungseinrichtungen wie das Forschungszentrum Karlsruhe, die Fraunhofer-Gesellschaft sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Der Anteil der Institutionen und Einrichtungen aus dem Bereich der Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen beträgt etwa 6 %. Das restliche Forschungspotenzial (ca. 20 %) entfällt auf gemeinnützige und private Einrichtungen (Abb. 3).
Abb. 3: Verteilung der Institutionen und Projekte
Wie aus der Verteilung der Projekte auf die Themenfelder hervorgeht, entfallen die meisten Projekte auf die Themenfelder
- Umwelt sowie
- Wirtschaft / Nachhaltige Entwicklung.
Etwa die Hälfte der Projekte (711) entfällt schwerpunktmäßig auf folgende Themenfelder:
- Land- und Forstwirtschaft
- Grundlagen und Methoden der TA
- Kreislaufwirtschaf
- Energie
- Verkehr / Stadt / Raum
- Medizin und Gesundheit (Abb. 4).
Abb. 4: Verteilung der Projekte auf die Themenfelder
Auf Anfrage der TA-Akademie wurde die Umfrage von einer Reihe von Institutionen und Einrichtungen wiederum dazu genutzt, um auf Gebiete und Themenfelder hinzuweisen, in denen ihrer Meinung nach noch Forschungsdefizite bestehen. Die hierzu bei der TA-Akademie eingegangenen zahlreichen Hinweise, Anregungen und Vorschläge zu möglichem Forschungs- bzw. Handlungsbedarf werden ausgewertet und in ausgewählten Schwerpunktrichtungen thematisiert. Über die Ergebnisse wird an anderer Stelle gesondert berichtet.
Die Dokumentation 2000 (incl. CD-ROM) kann gegen eine Schutzgebühr von DM 30,-- bei der TA-Akademie unter der ISBN-Nr. 3-934629-03-2 bestellt werden (Fax: + 49 (0) 711/9063-299).
Kontakt
Dr.-Ing. Manfred Rohr
Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg
Industriestraße 5, 70565 Stuttgart
Tel.: +49 711 9063-103
E-Mail: manfred.rohr∂ta-akademie.de