Projekt: "Dialogische Technikfolgenabschätzung im Bereich der Bio- und Gentechnologie" begonnen

Ergebnisse von TA-Projekten - neue TA-Projekte

Projekt: "Dialogische Technikfolgenabschätzung im Bereich der Bio- und Gentechnologie" begonnen

von Ursula Ammon

Technikfolgenabschätzung (TA) als Instrument der Abschätzung und Konsensfindung über Chancen und Risiken wird noch nicht als integriertes Instrument einer zukunftsorientierten Innovationspolitik angesehen. Die Bedeutung dialogischer Verfahren wird dabei zudem noch unterschätzt. Die Schwierigkeiten mit kommunikativen Prozessen sind besonders im Bereich der neuen Bio- und Gentechnologie sichtbar.

Der Dialog über die Gentechnologie ist in Deutschland immer noch schwierig. In der öffentlichen Diskussion werden entweder die Chancen oder die Risiken hervorgehoben. Dabei hat die Gentechnologie keinesfalls generell, sondern allenfalls in spezifischen Anwendungsbereichen ein reales Akzeptanzproblem. Der Dialog der Entwickler und Hersteller von Gentechnik mit den Anwendern und Kritikern kommt in Deutschland erst langsam in Gang. Generalisierende Ansätze und Vorgehen sind dabei allerdings wenig erfolgversprechend. Die Suche nach neuen Kommunikationsformen und Gestaltungswegen ist notwendig.

Das Projekt verfolgt vor diesem Hintergrund zwei Zielsetzungen: Im ersten Schritt geht es darum, Experimente mit Dialog- und Diskursverfahren zur Gentechnik im Hinblick auf Erfahrungen und Bewertungen durch unterschiedliche Beteiligte, ihre Nutzen und Risiken für die Beteiligten, ihre Chancen aber auch Grenzen für die Innovationspolitik auszuwerten. Dies erfolgte zusammen mit aktiv Mitwirkenden an solchen Verfahren und Projekten im Rahmen eines Workshops am 26.11.1996 in der Sozialforschungsstelle in Dortmund. Dazu wird eine Dokumentation erstellt.

Im zweiten Schritt werden, insbesondere mit Blick auf Nordrhein-Westfalen, konkrete Bedarfe für TA sowie dialogfähige Konfliktfelder und Problembereiche eruiert, und die Übertragbarkeit und Anwendbarkeit von Dialogverfahren für NRW geprüft werden. Ergebnis des Projektes sollen Empfehlungen und Vorschläge zu geeigneten Verfahren und dialogfähigen Themen für den Gentechnik-Dialog in NRW sein.

Das Projekt wird von der Sozialforschungsstelle Dortmund in Kooperation mit Prof. Simonis, FernUniversität Hagen durchgeführt. Es wird begleitet vom Arbeitskreis "Technikfolgenabschätzung und -bewertung" des Landes NRW (AKTAB) und gefördert vom Ministerium für Wissenschaft und Forschung.

Ansprechpartner

Ursula Ammon
Landesinstitut Sozialforschungsstelle
Dortmund
Evinger Platz 17
D-44339 Dortmund
Tel.: + 49 (0) 2 31/85 96-0
E-mail: sfs.eving .@.t-online.de

Prof. Georg Simonis
FernUniversität Hagen
Fleyer Str. 204
D-58084 Hagen
Tel.: + 49 (0) 23 31/9 87-27 53