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            <journal-title>TATuP – Journal for Technology Assessment in Theory and Practice</journal-title>
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         <article-id pub-id-type="doi">10.14512/tatup.7285</article-id>
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                  <institution>Österreichische Akademie der Wissenschaften</institution>
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      <p>Wenn auch nicht viele mit Heraklit übereinstimmen mögen, dass der Krieg der Vater aller Dinge sei, so sind doch viele technowissenschaftliche Innovationen eng mit militärischen Konflikten in Zusammenhang zu bringen – von der großtechnischen Ammoniaksynthese über Atomtechnologie bis hin zu <italic>Converging Technologies</italic> und autonomen Waffensystemen. Auch kann Technik selbst zum Schauplatz von Kriegsführung werden, etwa als Cyberwar oder gezielte Desinformation in digitalen Medien. Zusätzlich lässt sich bei jeder technischen Innovation nach Dual-Use-Zielsetzungen, -Möglichkeiten und -Designs fragen, und damit nach möglichem militärischem oder terroristischem Einsatz. Und schließlich motivieren die großtechnische Bereitstellung von Konsumgütern und der daran verknüpfte Ressourcenverbrauch imperiale Ansprüche, die mit militärischen Mitteln (oder deren Androhung) umgesetzt werden.</p>
      <p>In TATuP, wie in der europäischen Technikfolgenabschätzung (TA) allgemein, geht es trotz allem eher selten um solche Themenstellungen. Die knapp 80 Ausgaben dieser Zeitschrift in den vergangenen 25 Jahren reflektieren eine historisch lange Friedenszeit in Europa. Erst 2018 widmete sich eine Ausgabe Drohnen in militärischer und ziviler Anwendung. 2020 adressierte eine weitere Ausgabe Fragen der Cybersicherheit und in Ausgabe 33/2 (2024) ging es um „malevolente Kreativität und zivile Sicherheit“. Das vorliegende Heft greift das Thema nun wieder auf und reagiert damit auf aktuelle, geopolitische Entwicklungen. TA wird (auch) hier einerseits durch eine Vielzahl soziotechnischer Details herausgefordert, die jeweils folgenreich sein können, andererseits durch die gesamtgesellschaftliche Suche nach orientierenden Leitwerten, produktiven Ansätzen und sinnstiftenden Visionen in krisengeprägten Zeiten.</p>
      <p>Es gibt ohne Zweifel viele gute und drängende Gründe, sich in der TA in solchen Zeiten Fragen rund um Technik und Krieg zu widmen. Es gilt aber auch nicht zu vergessen, dass wir letztlich nicht nach bestmöglicher Kriegstechnik, sondern nach einem guten Miteinander streben, das viel mehr ist als die bloße Abwesenheit militärischer Handlungen. Entgegen mancher etablierter Überzeugung erfordert Frieden aktives Engagement während Krieg letztlich in reaktiven Mustern verharrt. So sollten wir auch weiterhin sogenannte zivile soziotechnische Innovationen danach befragen, wie friedensfähig und friedensfördernd sie sind und welche nationalen und transnationalen Visionen friedlichen Miteinanders sie gefährden oder inspirieren.</p>
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