Arbeitsgruppen im Netzwerk: Ökonomie, Governance und Wikipedia

Netzwerk TA

Arbeitsgruppen im Netzwerk: Ökonomie, Governance und Wikipedia

Das Netzwerk TA veranstaltet alle zwei Jahre eine Konferenz. Die letzte fand im November 2010 in Berlin zum Thema „Systemblick auf Innovationen“ statt (s. „Dreistimmige Berichterstattung zur NTA4“ in diesem Heft). Um die Kooperationsziele des Netzwerks zu realisieren, wurden verschiedene Arbeitsgruppen eingerichtet. Auf dem Jahrestreffen vor der NTA4-Konferenz stellten Mitglieder der Arbeitsgruppen „TA und Ökonomie“, „TA und Governance“ sowie „Wikipedia“ ihre Vorhaben vor und riefen zur Mitarbeit auf.

AG „TA und Ökonomie“

Die letztjährige NTA4 war Anlass dafür, den Versuch zu unternehmen, eine Arbeitsgruppe zum Thema „TA und Ökonomie“ neu zu gründen. Die Idee der Neugründung bzw. Wiederbelebung war vielfältig: Ökonomie als Teil gesellschaftlichen Zusammenwirkens muss auch in der TA sichtbarer werden und ihren Stellenwert betonen, die Thematik soll durch erhöhte Betätigung an Attraktivität gewinnen und zu mehr Forschungsaktivitäten beitragen. Außerdem soll die AG eine Möglichkeit sein, die allen ÖkonomInnen und sonstigen Interessierten eine Plattform des inhaltlichen Austausches bietet. Eine Gruppe von sieben Personen war dem Aufruf von Petra Wächter (Institut für Technikfolgen-Abschätzung, Wien) gefolgt, um ihre Interessen in die Arbeitgemeinschaft einzubringen. Die Breite der Themen und Ansprüche spiegelte auch das Feld an ökonomischen Fragestellungen in der TA wider: Fragen zu Evolutionsökonomik, zu Gleichgewichtstheorien und zu Innovationsökonomik sowie der Austausch über Methoden auf der einen Seite und auf der anderen bestand Interesse daran, wie ökonomische Fragestellungen und andere ökonomische Inputs in anderen TA-Bereichen von Nutzen sein könnten. Wie sich die weitere Zusammenarbeit in Zukunft organisatorisch gestalten wird, ist noch nicht genau festgelegt worden. Der Austausch bis zum nächsten „realen“ Treffen erfolgt via Skype-Meetings und dort wird auch die Ausrichtung der AG noch weiter spezifiziert werden.Die Arbeitsgemeinschaft freut sich weiterhin über neue Mitglieder und regen Austausch!

(Petra Wächter, ITA Wien)

AG „TA und Governance”

Die Arbeitsgruppe „TA und Governance“, die seit 2005 besteht, hatte zu Beginn das Ziel, die Bedeutung von Governance für Technology Assessment zu reflektieren und genauer zu bestimmen. Das Thema ist auf hohe Resonanz gestoßen, bis hin zur NTA3, die sich insgesamt mit Technology Governance beschäftig hat. Im Vorfeld der NTA4 gab es die Überlegung, an die bisherigen Ergebnisse anzuknüpfen und über mögliche inhaltliche und organisatorische Perspektiven zu diskutieren. Eine kleine Gruppe folgte dem Aufruf von Stephan Bröchler (FernUniversität Hagen) und Petra Schaper-Rinkel (Austrian Institute of Technology, Wien) und diskutierte über mögliche inhaltliche Schwerpunkte: Im Zentrum der Diskussion stand zum einen die Frage nach der Bedeutung von TA für die Governance von Technikgenese und Innovationsprozessen sowie die Frage danach, wie sich die Innovationsrichtung beeinflussen lässt. Frühe Innovationsphasen („Forschungsfolgenabschätzung“) einerseits und anderseits was TA für die Governance im Infrastrukturbereich (mit seinen Pfadabhängigkeiten) bedeuten kann, bildeten weitere Diskussionspunkte. Wichtig für das Thema TA und Governance ist auch die Frage der Legitimation von Interventionen, wenn TA vielfach zugleich einen Gestaltungsanspruch hat. Wie die weitere Zusammenarbeit in Zukunft organisiert werden könnte (z. B. Workshops im Rahmen der Jahrestreffen) bedarf noch weiterer Diskussion. Die Arbeitsgruppe „TA und Governance“ freut sich über weitere InteressentInnen und über Ideen für die inhaltliche und organisatorische Weiterarbeit.

(Petra Schaper-Rinkel , AIT Wien)

AG „Wikipedia“

Im Vorfeld der NTA4-Konferenz hatte sich eine Gruppe von fünf NTA-Mitgliedern zu einem mehrstündigen Arbeitstreffen in Berlin getroffen, um gemeinsam online erste Änderungen am Wikipedia-Eintrag zur „Technikfolgenabschätzung“ vorzunehmen. Ziel der AG ist, den bestehenden Artikel zu verbessern, v. a. aber eine Plattform zu nutzen, die es allen Interessierten innerhalb und außerhalb des Netzwerks ermöglicht, definitorische Fragen der Technikfolgenabschätzung zu diskutieren. Zu diesem Zweck wurde ein sog. Wiki-Projekt gegründet, das den TeilnehmerInnen einen internen Austausch im virtuellen Raum ermöglicht. Das Projekt steht noch ganz am Anfang, die konkreten Arbeitsweisen müssen sich noch etablieren. Die AG hat eine Sammlung ihrer Ansicht nach bearbeitungsbedürftiger bzw. neu zu schreibender Artikel erstellt. Wer Interesse hat, am Wiki-Projekt mitzuarbeiten und einzelne Beiträge schreiben kann, ist dazu eingeladen. Innerhalb des Wiki-Projekts gibt es die Möglichkeit, sich „bestehenden Artikeln mit Bearbeitungsbedarf“ anzunehmen, s. http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Technikfolgenabsch%C3%A4tzung. Die Kollegen vom Institut für Technikfolgen-Abschätzung in Wien haben im Rahmen des Projekts „Interactive Science“ zum Thema geforscht und einen lesenswerten Bericht zu „Wissenschaft in Wikipedia und anderen Wikimedia-Projekten“ verfasst, der unter folgender Adresse zum Download bereitsteht: http://epub.oeaw.ac.at/ita/ita-projektberichte/d2-2a52-2.pdf.

(Constanze Scherz, ITAS)

Kontakt

PD Dr. Michael Decker
Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS)
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Karlstr. 11, 76133 Karlsruhe
Tel.: +49 721 608-23007
E-Mail: michael decker∂kit edu