Studie zu Biotechnologien in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg

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Studie zu Biotechnologien in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg

Das Rationalisierungs-Kuratorium der Deutschen Wirtschaft (RKW) gab Mitte des Jahres 1993 das Projekt "Marktpotentiale und Unternehmensanforderungen für mittelständische Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg im Zuge der Anwendung von Biotechnologien" beim Institut für Regionale Innovationsforschung (IRI, Berlin), in Auftrag, um zukünftige Markt- und Beschäftigungschancen für kleine und mittlere Biotechnologie-Unternehmen in beiden Bundesländern zu identifizieren und die Grundlagen für die weitere Entwicklung dieser Potentiale zu analysieren. Damit sollen der öffentlichen Hand, Verbänden, Gewerkschaften sowie kleinen und mittleren Unternehmen Beratungs- und Entscheidungshilfen für die Förderung der Anwendung der Biotechnologie anhand qualifizierter Unterlagen zur Verfügung gestellt werden. Im Juni 1995 wurde das Projekt mit der Fertigstellung des Endberichts und seiner Kurzfassung abgeschlossen.

Bereits konkret auf den Märkten tätige Biotechnologieunternehmen stehen im Mittelpunkt der Studie. Absicht dieser Studie war es vor allem, ausgehend von der Unternehmensperspektive und unter Berücksichtigung regionaler Entwicklungsbedingungen beider Bundesländer diejenigen Faktoren und Prozesse genauer zu charakterisieren, die beim Aufbau und der Erschließung von Marktpotentialen eine entscheidende Rolle spielen.

Die Bearbeitung des Projekts erfolgte in zwei größeren Hauptphasen. In der ersten wurden Anwendungsfelder mit besonderer Relevanz für das jeweilige Bundesland herausgearbeitet. Dazu erfolgte eine Potentialerhebung (schriftliche und telefonische Befragung von Forschungseinrichtungen und Unternehmen), eine Abschätzung des Entwicklungsstandes biotechnologischer Anwendungsfelder sowie eine erste Analyse regionaler Problemlagen mit erkennbarem Bezug zur Biotechnologie.

In der zweiten Phase wurden Fallstudien über "Kernunternehmen" und deren Umfelder auf ausgewählten biotechnologischen Anwendungsfeldern erarbeitet, in den Kontext des entsprechenden Anwendungsfeldes eingeordnet, anwendungsbezogene Schlußfolgerungen abgeleitet und Szenarien entwickelt. Aus dem Vergleich der sechs Fallstudien und der biotechnologischen Anwendungsfelder untereinander wurden weitergehende Schlußfolgerungen hinsichtlich der Marktchancen und Beschäftigungswirkungen kleiner und mittlerer Biotechnologie-Unternehmen sowie der Möglichkeit, diese zu fördern, abgeleitet.

Von den insgesamt 295 Einrichtungen, die in den beiden Bundesländern angesprochen wurden (110 in Brandenburg, 185 in Mecklenburg-Vorpommern), waren 134 Unternehmen biotechnologie-relevant. In der zweiten Projektphase wurden 82 vertiefende Interviews im Rahmen der Fallstudien durchgeführt, davon 12 in Kernunternehmen.

Fallstudien wurden zu folgenden Anwendungsbereichen durchgeführt:

- "Biologische Bodensanierung"
(Mecklenburg-Vorpommern und
Brandenburg)

- "Biologische Abwasserbehandlung"
(Mecklenburg-Vorpommern)

- "Biologische Abfall- und Reststoffbehandlung" (Brandenburg)

- "Medizinische Analytik und Diagnostik"
(Mecklenburg-Vorpommern und
Brandenburg)

Bestandteil des Projekts war die Erarbeitung von Szenarien für die Entwicklung von Marktpotentialen auf den Anwendungsfeldern unter den Annahmen

a) restriktive Entwicklungsbedingungen

b) linear allmählich positive Entwicklungsbedingungen und

c) dynamisch positive Entwicklungsbedingungen.

Mit diesen Szenarien sollen im realitätsnahen Zeitraum von bis zu 10 Jahren die entsprechenden Akteure für die sich dynamisch entwickelten Umfelder sensibilisiert werden.

Die Ergebnisse der Studie stellen zum einen den in den Anwendungsfeldern der Biotechnologie tätigen Unternehmen zahlreiche Materialien zur Verfügung, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und ihre Geschäftsfelder strategisch auf den Märkten zu positionieren. Andererseits bietet sie den Landesregierungen, den Wirtschaftsverbänden, den Gewerkschaften und den wissenschaftlichen Einrichtungen sowie den Technologietransfereinrichtungen eine komprimierte Darstellung der Handlungsbedingungen der Akteure in den regional relevanten Handlungsfeldern der Biotechnologie. Kleinen und mittleren Unternehmen sollen Beratungs- und Entscheidungshilfen für die Förderung der Anwendung der Biotechnologie anhand qualifizierter Unterlagen zur Verfügung gestellt werden.

Neben dem Abschlußbericht und der Kurzfassung sind im Rahmen des Projekts mehrere Zwischen- und Teilberichte, u.a. zu den Fallstudien, den rechtlichen Rahmenbedingungen veröffentlicht worden.

(Quelle: aus der Kurzfassung)

Bibliographische Angaben

Rationalisierungskuratorium der Deutschen Wirtschaft e.V. (Hrsg.): Biotechnologien in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Kurzfassung. (Untersuchung des Instituts für Regionale Innovationsforschung (IRI)). Eschborn, 1995.