Buchveröffentlichung zur TAB-Studie "Abfallvermeidung und Hausmüllentsorgung - Vermeidung und Verminderung von Haushaltsabfällen" erschienen

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Buchveröffentlichung zur TAB-Studie "Abfallvermeidung und Hausmüllentsorgung - Vermeidung und Verminderung von Haushaltsabfällen" erschienen

Ohne eine Reduzierung von Stoffströmen, Stoffumsätzen und Ressourcenverbrauch ist eine nachhaltige Verringerung der Abfallmengen nicht zu erreichen. Abfall- und Rückstandsvermeidung durch Maßnahmen "an der Quelle" zielen auf eine Verringerung des Ressourcenverbrauchs und des Schadstoffeintrags in den Abfall. Eine Konkretisierung dieser Ziele und deren Instrumentierung hat, ebenso wie jegliche Prioritätensetzung in der Abfallpolitik und bei Vermeidungsstrategien, die Zusammenhänge zwischen Produktion, Konsum und Entsorgung zu berücksichtigen.

Derzeit gilt das Hauptinteresse einer Mengenreduzierung durch Verwertung und durch eine möglichst weitgehende Kreislaufführung von Sekundärrohstoffen. Angesichts der Anstrengungen zur Verwertung besteht die Gefahr, daß die Vermeidung von Rückständen und Abfällen auch weiterhin ein Schattendasein fristet. Eine Abfallpolitik, die dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung entsprechen will, muß sich - über die Möglichkeiten, die die Verwertung bietet, weit hinaus - mit der Frage nach den Möglichkeiten der Senkung des Stoff- und Naturverbrauchs auseinandersetzen. Anworten auf diese Frage können nicht nur in technologischen Innovationen und einer ökologischen Modernisierung gesucht werden. Vielmehr stehen Strukturveränderungen zur Debatte, die dem Leitbild einer abfallarmen Wirtschafts- und Lebensweise folgen. Das vorliegende Buch enthält die Ergebnisse der Studie des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) zu dieser Thematik.

Die Studie gibt einen Überblick über Instrumente und Maßnahmen zur Umsetzung der Abfallvermeidung sowie über die Effektivität bisheriger und geplanter bzw. diskutierter Instrumente. Anhand verschiedener Strategien wird gezeigt, wie die Vermeidung als prioritäres Ziel der abfallwirtschaftlichen Zielehierarchie gestärkt werden könnte. Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:

- Welche Instrumente bieten sich für die Umsetzung von Strategien zur Abfallvermeidung besonders an?

- Wie könnten bestehende Instrumente gebündelt werden, wie wären sie eventuell weiterzuentwickeln, um zusammen mit bisher noch nicht eingesetzten Instrumenten den Stoffdurchsatz zu verringern bzw. nicht weiter zu erhöhen und den Schadstoffgehalt zu reduzieren?

- Wie könnte der gesetzliche Rahmen eines Stoffrechts aussehen, das flexible marktwirtschaftliche Lösungen zuläßt und weitgehend ohne starre Regelungen für Einzelstoffe auskommt?

Weiterhin liefert die Studie einen Beitrag, um die Diskussion über die Bewertungsproblematik anzuregen und weiterzuführen. Die bisher angewendeten Kriterien sind sehr allgemein formuliert, wenig operationalisiert und meist nicht klar differenziert. Sie können daher nicht unmittelbar als Entscheidungsgrundlage dienen. Folgende Fragen werden vertieft behandelt:

- Welche Bewertungsansätze von Stoffen und Produkten aufgrund ihrer ökotoxikologischen Folgen werden zur Zeit diskutiert? Welche Alternativen sind vorstellbar?

- Welche Kriterien werden zur Produkt- und Produktgruppenbewertung herangezogen?

- Welche Möglichkeiten gibt es, Kriterien für einen ökologisch, sozial und ökonomisch verträglichen Konsum mit dem Ziel der Abfallvermeidung zu gewinnen, und wie kann dabei Alltagswissen mit einbezogen werden?

(Quelle: Verlagsprospekt)

Bibliographische Angaben

Anneliese Looß und Christiane Katz: Abfallvermeidung. Strategien, Instrumente und Bewertungskriterien. Berlin u.a.: Erich Schmidt Verlag, 1995. (Reihe Abfallwirtschaft in Forschung und Praxis; Bd. 81) DM 68,--, 216 S. ISBN 3-503-038957