Ankündigung
Electronic Government - Die nächsten Schritte Workshop innerhalb der Informatik 2001 Wien, 26.-28. September 2001
Electronic Government - Die nächsten Schritte Workshop innerhalb der Informatik 2001
Wien, 26. - 28. September 2001
Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik (GI) und der Österreichischen Computergesellschaft (OCG)
In einem Memorandum "Electronic Government als Schlüssel zur Modernisierung von Staat und Verwaltung" hat der Fachausschuss Verwaltungsinformatik zusammen mit dem Fachbereich 1 der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE im September vergangenen Jahres die Informationstechnik und insbesondere das Internet als die entscheidende Triebkraft für eine Modernisierung von Staat und Verwaltung im nächsten Jahrzehnt herausgestellt. Über kurzfristig realisierbare Projekte hinaus wird eine nachhaltige Vision einer durch Vernetzung erneuerten Verwaltung entworfen. Dabei wird Electronic Government über Bürgerdienste und elektronische Demokratie hinaus im Zusammenhang von vollständiger elektronischer Vorgangsbearbeitung in der Verwaltung, von Telekooperation auf gemeinsamen Arbeitsplattformen sowie von IT-gestütztem Wissensmanagement gesehen. Im weitesten Sinne sind hier sämtliche staatlichen Funktionen einzubeziehen. Die entscheidende Frage lautet jetzt, was zu tun ist, um diese Vorstellungen weiter zu konkretisieren und in Innovationsprojekten in die Praxis zu tragen.
Ziel des Workshops ist es mithin, durch Beiträge aus Wissenschaft und Praxis Wege zu einem realisierbaren Electronic Government zu weisen. Dabei stehen die folgenden Zusammenhänge im Vordergrund:
- Eine Reihe von Problemen muss vordringlich gelöst werden. Dazu gehören Standards für sichere und verlässliche Online-Transaktionen der Verwaltung, und zwar nicht nur mit ihren Großkunden, sondern auch mit "Gelegenheitskunden", also Adressaten, die nur selten in Kontakt: mit der Verwaltung kommen und dann in der Regel über unzureichendes Wissen verfügen.
- Die Beachtung rechtsstaatlicher Regeln gerade auch für ein Electronic Government ist eine Selbstverständlichkeit, bedarf aber nichtsdestoweniger heute besonderer Hervorhebung. Rechtsstaatlichkeit ist nicht etwa Hemmnis, sondern wichtiges Element eines "Systemvorteils" rechtsstaatlicher Gestaltungen. Dass die Anwendungen von Informationstechnik und Telekommunikation wesentlich von rechtlichen Rahmenbedingungen beeinflusst werden, kommt zunehmend zu Bewusstsein.
- Die Vielfalt der Verwaltungsaufgaben und die unterschiedliche Struktur der Prozesse, in denen die öffentliche Verwaltung ihre Leistungen erstellt, stellt besondere Anforderungen. Neben standardisierten Abläufen finden sich komplexe Entscheidungsprozesse, die hohe Anforderungen an das Wissen der Beteiligten stellen. Ferner kommen Aushandlungsprozesse mit Adressaten des Verwaltungshandelns vor, mit deren informationstechnischer Unterstützung weithin Neuland betreten wird.
- Die Erschließung des an vielen Stellen in der Verwaltung verteilten Wissens ist ein besonderes Anliegen. Wissensmanagement muss sich im Verwaltungsbereich auf unterschiedliche Typen von Wissen beziehen. Beispiele sind Prozesswissen im Sinne des Durchblicks über den Prozessablauf, Wissen über das anzuwendende Recht und Fakten- sowie Managementwissen. Nicht zuletzt ist Wissen über die Wirkungen des Handelns besonders schwer zu erlangen.
- Über einzelne Pilotprojekte hinaus sind Referenzmodelle zu entwickeln, welche auch kleinen Verwaltungen den Weg ins Electronic Government erleichtern. Zudem müssen überzeugende Geschäftsmodelle entwickelt werden, die der Vielfalt des öffentlichen Sektors und seiner Einbindung in Kooperationen, auch in Public Private Partnership, Rechnung tragen. Zu erwartende technische Weiterentwicklungen wie Netze mit garantierter Dienstgüte und allgemein verfügbaren Sicherheitstechniken sind rechtzeitig in Gestaltungsansätze einzubeziehen.
Kontakt:
Österreichische Computer Gesellschaft
Wollzeile 1-3
A-1010 Wien
Tel.: +43 1 5120235
E-Mail: ocg∂ocg.at
Internet: http://www.ocg.at/