Jonas Moosmüller 1
1 Institute for Technology Assessment and Systems Analysis, Karlsruhe Institute of Technology, Karlsruhe, DE
Künstliche Intelligenz
Kurz nach dem Start von ChatGPT beauftragte der Bundestag das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) mit einer Studie zu den Auswirkungen großer Sprachmodelle. Den Forschenden wurde schnell klar, dass generative KI mehr ist als nur ein Untersuchungsgegenstand, sondern das Potenzial hat, „die politikberatende Technikfolgenabschätzung grundlegend zu verändern“. Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) analysierte eine TAB-Arbeitsgruppe Potenziale und Risiken des KI-Einsatzes. Um eine verantwortliche Nutzung zu gewährleisten, entwickelte das Team Leitlinien, die die besonderen Anforderungen der überparteilichen, wissenschaftlichen Politikberatung berücksichtigen. Diese Leitlinien beschreiben nicht nur die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten KI-gestützter Tools, sondern betonen auch die Qualitätssicherung und fachliche Verantwortung der Autorinnen und Autoren. Zudem thematisieren sie Fragen des Urheberrechts, des Datenschutzes, die transparente Kennzeichnung KI-generierter Inhalte sowie soziale und ökologische Auswirkungen der Technologie.
POLICY ADVICE
The European Parliamentary Technology Assessment (EPTA) network aims at strengthening international parliamentary technology assessment in Europe and beyond. In 2026, its presidency will be held by the Greek Permanent Committee on Research and Technology (GPCRT), which took over the EPTA chair in January 2026 from its French counterpart OPECST. The GPCRT, founded in 1996, is a parliamentary committee representing all political groups in the Hellenic Parliament. Under the Parliament’s standing orders, it is tasked with providing strategic advice on technological and research-related issues. The committee is supported by the Hellenic Parliament’s Directorate of Scientific Studies. A key thematic priority of the presidency will be sustainable mobility. The emphasis on transport electrification, modernization of public transport, smart mobility solutions for islands and rural areas, and expansion of walking and cycling infrastructure reflects the broader European policy goals and Greece’s specific geographic and tourism-related challenges.
PARTIZIPATION
„Wer Bürgerbeteiligung ernst nimmt, muss ihre Wirkung systematisch erforschen“, ausgehend von diesem Ansatz haben Forschende des Projekts „Partizipationsverfahren und -prozesse in Forschungsorganisationen (PaFo)“ ein interaktives Webangebot gestartet. Ziel der Plattform zur Wirkungsmessung ist es, besser zu verstehen, wie Beteiligung Forschungsergebnisse, aber auch Prozesse, wissenschaftliche Diskurse sowie institutionelle Entscheidungen beeinflussen kann. Zentrales Element ist die interaktive PaFo-Wirkungsmatrix, die sichtbar macht, in welchen Bereichen Beteiligung Wirkung entfaltet. Ergänzt wird das Angebot durch wissenschaftliche Grundlagen, methodische Werkzeuge, praxisnahe Beispiele aus realen Bürgerdialogen sowie Materialien und Datenschemata. Die am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) entwickelte Plattform richtet sich an Forschende, Personen aus dem Wissenschaftsmanagement und Förderorganisationen.
PUBLIKATION
Um Wissen über Folgen und Risiken von Technik erzeugen, bewerten und schließlich angemessen kommunizieren zu können, sind passgenaue Methoden von zentraler Bedeutung. Ein von den langjährigen TA-Praktikern Michael Ornetzeder, Mahshid Sotoudeh und Walter Peissl herausgegebener Sammelband gibt nun einen umfassenden Überblick zum aktuellen Stand der Methodendiskussion in der Technikfolgenabschätzung und diskutiert zukünftige Herausforderungen. In fünf Abschnitten werden die Themen „Anspruch der Methoden in der TA“, „konzeptionelle Überlegungen“, „künstliche Intelligenz als Thema und Methode der TA“, „Methoden im Transformationskontext“ sowie „methodische Innovationen“ behandelt. Der jetzt erschienene Band basiert auf Beiträgen zur TA24, der Jahrestagung des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, die sich im Juni 2024 mit „Methoden für die TA – Im Spannungsfeld zwischen bewährter Praxis und neuen Möglichkeiten“ beschäftigt hat.
[Quelle: Springer VS]
Ornetzeder, Michael; Sotoudeh, Mahshid; Peissl, Walter (Hg.) (2025):
Methoden für die Technikfolgenabschätzung. Bewährte Praxis, aktuelle Herausforderungen, neue Chancen. Wiesbaden: Springer VS, 452 S.
ISBN 978-3-658-48490-3
DIGITALISIERUNG
Die Digitalisierung lässt naturhistorische Museen weltweit in einem neuen Licht erscheinen. Dank interaktiver und digitaler Plattformen kann die Öffentlichkeit so unmittelbar wie nie zuvor in die Geschichte von Ausstellungsstücken oder evolutionäre Entwicklungen eintauchen. Wie sich diese digitalen Ansätze auf die lebenswissenschaftliche Forschung sowie auf Ausstellungs- und Sammlungspraxis auswirken, hat Karen Kastenhofer, Senior Scientist am Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, am Beispiel des Naturhistorischen Museums Wien untersucht. Das Haus stellt beispielsweise 3D-Scans seiner Exponate in einem virtuellen Museum aus oder beteiligt sich an der internationalen Datenplattform „Barcode of Life“ zur Identifikation biologischer Arten. Nach einjähriger Forschungsarbeit steht für Kastenhofer fest, dass die Stärke digitaler Ansätze weniger darin besteht, Ressourcen einzusparen, als vielmehr darin, zusätzliche neue Möglichkeiten zu erschließen. Nötig seien jedoch „Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ressourcen, um den Charakter und die gesellschaftliche Bedeutung von Museen mit digitalen Optionen zu stärken“.
Bildquelle: privat
Science Policy Expert at the African Union Commission
What is your personal connection to technology assessment (TA)?
I first became engaged with technology assessment in the early 2000s, at the height of the genetic engineering revolution. I supported the African Group in negotiating the Cartagena Protocol on Biosafety under the Convention on Biological Diversity and focused on risk assessment, risk management, and compliance issues related to genetic engineering.
From your perspective, why is it important to carry out TA studies?
Because they provide in-depth discussions and information on technology. Conducting these studies helps us understand the technology’s impact from various perspectives, giving us a more complete picture of its potential benefits and risks.
Is there a future technology that we should pay more attention to?
Certainly! Several emerging technologies, such as advanced AI systems, require agile AI safety regulations to prevent their use for malicious intent, such as creating deepfakes, autonomous weapons, and unprecedented surveillance.
At the African Union, you work at the intersection of science and politics. How can these two ‘worlds’ work well together?
Science has a crucial role to play in politics and diplomacy, not only to inform decision-makers, but also to promote cooperation between states, which could ultimately lead to capacity building and forging like-mindedness, which is beneficial for sustainable development in general.
TA is on its way to becoming globally networked. What risks and opportunities do you see in this development?
A global TA network is a great opportunity because it maintains a consistent focus on this important engagement with the necessary resources allocated. However, the global approach must ensure an equitable level of engagement from everyone affected by emerging technologies. Innovative ways to increase participation and representation are critical for TA to truly be global.